Wie fühlt es sich an, auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein? Diese Frage blieb für unsere Physiotherapie-Auszubildenden nicht theoretisch – sie erlebten die Antwort aus erster Hand. Denn im Rahmen ihrer Ausbildung hieß es: selbst Platz nehmen, losrollen und den Alltag aus einer völlig neuen Perspektive erfahren.
Was zunächst wie eine praktische Übung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer intensiven Selbsterfahrung. Mit unterschiedlichen Rollstuhltypen – vom Sportrollstuhl bis zum E-Mobil – konnten die Auszubildenden ihre Fahrtechnik erproben und ausbauen. In der Gummersbacher Innenstadt wurde dabei deutlich, wie herausfordernd Slalomfahrten, Bordsteine, Türschwellen oder enge Durchgänge tatsächlich sind.
Neben den körperlichen Anforderungen rückte vor allem eine wichtige Erkenntnis in den Fokus: Es geht nicht nur darum zu wissen, welche Muskeln beim Rollstuhlfahren aktiv sind, sondern auch darum zu spüren, wie es sich psychisch anfühlt, plötzlich auf Unterstützung angewiesen zu sein.
Solche Selbsterfahrungen sind ein wertvoller Bestandteil der Ausbildung. Sie vertiefen das Verständnis für Hilfsmittel wie Rollstühle und stärken zugleich Empathie und Sensibilität – zentrale Kompetenzen für einen professionellen, respektvollen und patientenorientierten Berufsalltag. Denn wer Menschen begleiten und unterstützen möchte, sollte selbst erfahren haben, was Einschränkung bedeutet.
